MISCHUNGEN

Schwarzer Tee: berühmte Mischungen

Ostfriesenmischung, English Breakfast oder die russische Mischung - die europäische Teekultur hat unzählige Rezepturen entwickelt um den Geschmack des Tees zu verfeinern, sogenannte Blends. Die Engländer mögen es gerne kräftig und kombinieren Assam mit Ceylon und Kenia Tee (English Breakfast). Die Russen mögen blumige Noten und mischen Darjeeling mit Keemun (Russische Mischung), die Ostfriesen mögen malzige Noten und mischen kräftige Assams mit Ceylon und Java Tee (Ostfriesenmischung). Diese Rezepturen sind teilweise hunderte von Jahren alt, oft geheim und allesamt köstlich!

Ostfriesentee - Hintergrundwissen

Die Wiege der deutschen Teekultur liegt in Ostfriesland. Hier wurde im 17. Jahrhundert der erste Tee von den niederländischen Nachbarn importiert. Die deutsche Teekultur ist damit sogar ein bißchen älter als die britische. Im 18. Jahrhundert entstanden in den europäischen Ländern jeweils eigene Teemischungen wie in England der English Breakfast Tea, in Russland die russische Mischung und in Deutschland der Ostfriesentee. Die klassische, ostfriesische Rezeptur besteht aus vielen verschiedenen Teesorten. Haupt Bestandteil ist Schwarzer Tee aus Assam, abgerundet mit etwas Ceylon Tee sowie Java Tee. der Ostfriesentee leuchtet dunkelbraun in der Tasse, fast wie Kaffee. Er schmeckt kräftig, würzig und malzig. Traditionell wird er mit Kandiszucker und einem Schuss Sahne getrunken. Die traditionelle Teezeit ist um 15 Uhr. Über die Jahrhunderte hat sich eine eigenstäündige ostfriesische Teezeremonie Teekultur samt einer Teezeremonie entwickelt, die 2016 sogar als Unesco Kulturerbe ausgezeichnet wurde. Das wichtige: der Ostfriesentee wird nicht umgerührt. So schmeckt man beim ersten Schluck den herben Tee, beim zweiten Schluck die milde Sahne und beim letzten Schluck die Süße des Kandis.  

Die Ostfriesen sind bis heute Deutschlandmeister im Teetrinken. Bis zu 300 Liter pro Jahr werden pro Kopf konsumiert. Das entspricht etwa dem 10-fachen des durchschnittlichen Verbrauchs.

 

English Breakfast Tea  – Zutaten, Zubereitung & Geschmack

Tee kam Anfang des 16. Jahrhunderts nach Europa und zwar nicht mit den Briten, wie man vermuten könnte, sondern mit den Niederländern. Erst im Jahr 1644 lieferten die Holländer zum erstren mal Tee nach England. Breite Popularität erlangte er, als Katharina von Braganza ihn 1662 bei Hofe eingeführt hat. Damit ist sie die Begründerin der britischen Teekultur. 

 

Der Tee wurde damals auf dem Seeweg transportiert, was bis zu neun Monate dauerte. Die lange Reise hat die Qualität des Tees nicht unbedingt verbessert, deshalb begann man im 18. Jahrhundert Qualitätsschwankungen auszugleichen indem man Tees aus verschiedenen Anbauregionen mischte. Dabei entstanden viele verschiedene Rezepturen wie Ostfriesentee oder der Thé de Matin. Der Erfinder des English Breakfast Tea ist Richard Davis, der ein emigrierter Kolonialwarenhändler in New York war. Er kreierte die Mischung 1843, in England wurde sie erst in den 1890er Jahren populär, als Königin Victoria ihn zu ihrem liebsten Frühstückstee erkoren hat. Die klassische Rezeptur besteht aus Assam, Ceylon, Kenia und Keemun Tee. Der Geschmack des English Breakfast Tea ist kräftig und würzig, er lässt sich zwar auch pur trinken, in England wird er traditionell mit Milch und Zucker getrunken.

 

Russischer Tee - Karawanentee, Samowar & Co. 

Der russische Winter ist lang und kalt, kein Wunder, dass russischer Tee hier zum Nationalgetränk geworden ist (neben Wodka natürlich). Tee kam 1638 nach Russland als Geschenk eines mongolischen Herrschers an den Zaren. Der Zar war so angetan, dass schnell Handelsabkommen mit China für regelmäßige Lieferungen geschlossen wurden. Der russische Tee wurde auf dem Landweg transportiert und nicht per Schiff. Daher stammt der Name Karawanentee, er kam auf dem Rücken von Kamelen über die Seidenstraße nach Russland. Der Tee wurde zu Ziegeln gepresst um ihn platzsparend und sicher zu transportieren. Der Transport dauerte fast ein Jahr und während dessen nahm der Tee durch die Lagerfeuer der Karawanenführer einen typischen, rauchigen Geschmack an. Erst mit der fertigstellung der sibirischen Eisenbahn im Jahr 1925 wurde der Transport auf die Schiene verlagert. 

Die traditionelle Rezeptur ist eine Mischung aus blumigem Keemun Tee, zartem Darjeeling Tee und würzigem Assam Tee. Seit 1925 mischt man außerdem einen geräucherten Tee dazu um trotz Transport per Eisenbahn den charakteristischen Rauchgeschmack zu erzielen. Die russische Mischung bis heute erhältlich. 

Eine weitere Besonderheit der russischen Teekultur ist die Zubereitung im Samowar. Der Tee wird erst zu einer sehr starken Infusion gekocht, die in einer kleinen Teekanne warm gehalten wird. In einer Zweiten Kanne befindet sich heißes Wasser, mit dem man das Konzentrat je nach Geschmack verdünnt. Man spricht deshalb von einem zweistufigen Aufguss. Traditionell wird der so zubereitete Schwarztee mit einem Löffel Marmelade getrunken.